15.04.2021

the synedra way – Qualitätsmanagement und Recht (Teil 2)

Veronika Wacker verstärkt seit Dezember 2020 den Bereich „Qualitätsmanagement und Recht“ bei synedra. Im heutigen Interview sprechen wir über Hierarchien in Unternehmen, Authentizität vs. Normkonformität, und über eine 8 Jahre dauernde Reise von Innsbruck nach Irland nach Indien und zurück nach Innsbruck.

Veronika, du arbeitest seit Dezember 2020 bei synedra im Bereich „Qualitätsmanagement und Recht". Wie bist du auf die Stelle aufmerksam geworden?
Durch einen Haufen Zufälle und viel Glück (lacht). Eine Freundin von mir arbeitet mit der Frau von Thomas Pellizzari zusammen (Anm.: früherer CEO von synedra). Ich half dem Arbeitgeber meiner Freundin bei einer Zertifizierung und Birgit, Thomas' Frau, meinte, ich sollte mich unbedingt bei der Firma ihres Mannes bewerben. Am Anfang nahm ich das nicht so ganz ernst, aber als dann die Stelle für Qualitätsmanagement ausgeschrieben wurde, habe ich mich doch beworben.

Was hast du vorher gemacht?
Ich hatte viele Ideen, was ich alles machen könnte, und habe sozusagen quer durch den Gemüsegarten vieles ausprobiert. Studiert habe ich BWL, wobei mir die klassischen BWL-Fächer gar nicht so zugesagt haben (lacht). Nach dem Studium arbeitete ich im Marketing, zunächst bei GlaxoSmithKline, einem großen Pharma-Unternehmen, und später im Hotel- und Tourismus-Consulting. Eines Tages schrieb mich ein Headhunter an, der auf einer Karriere-Plattform auf mich aufmerksam geworden war. Weil in meinem CV stand, dass ich gern international tätig wäre, fragte er mich, ob ich mir vorstellen könnte, bei Apple zu arbeiten. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Letzten Endes bin ich dann 7 Jahre bei Apple geblieben und konnte dort in viele Unternehmensbereiche Einsicht nehmen, angefangen bei der Hotline über Personal und Coaching bis zu Produkt- und Qualitätsmanagement.

Wie ging es weiter?
Nach 7 Jahren Irland reiste ich ein Jahr durch Südostasien und dort machte ich neben vielen anderen schönen Dingen eine Yoga-Ausbildung. Nach einem Jahr kehrte ich nach Innsbruck zurück und erlebte den größten Kulturschock meines Lebens (lacht). Ein knappes Jahr lang versuchte ich mich dann in der Selbstständigkeit, bevor ich mich bei synedra bewarb. Ich hatte ja viele Jahre im Ausland gelebt und kannte viele Tiroler Unternehmen inklusive synedra nicht. Die großen kennt man, und eine Handvoll kleine und mittelständische, das war's dann aber schon. Auch hatte ich meine Zweifel, ob ein traditionelles Tiroler Unternehmen das Richtige für mich wäre.

Was gehört zu deinen Aufgaben bei synedra?
Rechtliches muss Markus machen (lacht). Der Zeitpunkt für meinen Start bei synedra war rückblickend gut gewählt. Ich hatte erst 3 Monate Zeit, um mich einzuarbeiten, zu orientieren, zu verstehen, was das Produkt (Anm.: synedra AIM) für Größen und Dimensionen hat. Im März war dann das 1. Audit dieses Audit-reichen Jahres, das mir die Chance bot, mit meinem Wissen mehr in die Tiefe zu gehen, die Unternehmensstrukturen besser zu begreifen. Jetzt bin ich ganz plakativ gesagt mit Aufräumen beschäftigt (lacht). Infolge der rechtlichen Änderungen und Anpassungen an die MDR müssen manche Prozesse noch feingeschliffen werden, was Markus und ich unter Einbindung vieler Kolleginnen und Kollegen gerade umsetzen. Ich lese viele QM-Dokumente, rechtliche Grundlagen, Normen, und versuche herauszufinden, wie wir das Gelesene auf unser internes System umlegen können, sodass es rechts- und normkonform und trotzdem für uns als Unternehmen stimmig ist.

Das klingt für mich so, als hättest du deinen Platz gefunden.
Definitiv. Ich finde es faszinierend zu sehen, wie Unternehmen arbeiten, wie sie strukturiert sind. Deshalb lande ich auch immer wieder in der Qualitätsschiene. Man kann als Unternehmen nie die Perfektion erreichen, die im Audit gefordert wird. Das ist ein ständiger Prozess: Die Rahmenbedingungen ändern sich, man passt an, probiert aus, manchmal geht etwas schief. Da ist eine gute Fehlerkultur wichtig und natürlich die unkonventionelle, freundliche Atmosphäre, wie sie bei synedra gepflegt wird, von Vorteil. Das ermutigt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, neue Ideen einzubringen, innovativ zu sein – Innovationspotenzial, das sonst ungenutzt bleiben würde. Da spielt natürlich auch die Unternehmensgröße positiv hinein. Man kann einfach mehr ausprobieren als in großen Unternehmen und schauen, was geht. Da gehört für mich auch Hemdsärmeligkeit dazu und eine gewisse Flexibilität.

Wenn du synedra und Apple oder ein anderes großes Unternehmen vergleichst, bei dem du gearbeitet hast, wo liegen für dich – abgesehen von der Mitarbeiter*innenzahl – die größten Unterschiede?
Große Unternehmen sind hierarchischer strukturiert und in ihren Entscheidungsprozessen viel rigider. Bei synedra möchte man den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglichst gutes Arbeiten ermöglichen und sie in ihren Freiheiten nicht einschränken. Ich bezweifle aber, dass es so richtig flache Hierarchien in Unternehmen überhaupt gibt. Man kann den Hebel rauf oder runter drehen, inwieweit man Mitarbeiter*innen involviert, aber bis zu einem gewissen Grad ist jedes Unternehmen hierarchisch strukturiert.

Bei Apple ist Diversität ein großes Thema. Das hat natürlich auch mit der Unternehmensgröße zu tun. Bei 5 000 Mitarbeiter*innen allein im europäischen Headquarter aus – zu der Zeit – 78 Nationen hat Diversität einen anderen Stellenwert. Das Thema ist hier weniger präsent. Es geht viel um Sichtbarkeit, Vorbilder. Es fängt an bei den Grafiken, die im Marketing verwendet werden und die auch Frauen, Menschen anderer Herkunft, Religionszugehörigkeit etc. repräsentieren und ansprechen sollten, und geht weiter zur Sprache. Die Sprache in vielen Unternehmen ist männlich, vor allem in Sparten, in denen hauptsächlich Männer mit Männern arbeiten. Kommunikation muss aber visuell und verbal so gestaltet sein, dass auch ich als Frau, Migrantin, Muslima etc. das Gefühl habe, ich kann das, ich möchte daran teilhaben. Das kann uns auch dabei helfen, Bewerber*innen für uns zu interessieren, Stichwort Employer Branding. Wir arbeiten bei synedra bereits daran, in diesem Bereich noch besser zu werden. Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht!

Was gibt dir Kraft, um den Herausforderungen deines Jobs zu begegnen?
Yoga. Ich habe ja eine Yoga-Ausbildung und für NGOs und im Freundeskreis auch schon Yoga-Sessions organisiert. Außerdem Meditation, 10 Minuten am Tag, im Idealfall in der Früh. Nicht zu vergessen in die Natur gehen, gutes Essen und Reisen.

 

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